PROJEKTE

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NISCHEN

Eine begehbare Stadtraum-Inszenierung von willems&kiderlen 

Nischen sind Räume, in denen sich etwas einnisten, wachsen und gedeihen kann zwischen der üblichen Spur und den breiten Wegen. Für eine Demokratie bilden gesellschaftliche Nischen Basis und Gefahr zugleich. Die freie Entfaltung der Individuen stellt ein Grundrecht dar, eine verfassungsfeindliche Gruppierung setzt den Staat unter Druck. Wie sind die vielfältigen Nischen beschaffen? Wie geht eine Gemeinschaft mit ihren Parallelwelten um und an welchem Punkt wird der Rückzug zur Abschottung und die Nische zur Filterblase?

willems&kiderlen machen sich gemeinsam mit dem Ensemble auf die Suche nach alternativen Formen und Praktiken des Zusammenlebens. Aus Interviews mit Menschen, die ihre Nische gefunden oder verloren haben entsteht zwischen Wallzentrum und Meerbeck eine neue Kartografie der Stadt. Mit Kopfhörern ausgestattet begibt sich das Publikum auf eine Reise in ein anderes Moers. Dabei verdichten sich Stimmen, Begegnungen und Orte zu neuen Erfahrungsräumen und ermöglichen neue Perspektiven auf die versteckten Seiten der Stadt.

willems&kiderlen realisieren seit 2014 Theaterperformances und Stadtrauminszenierungen, u.a. am studioNAXOS Frankfurt, Staatstheater Wiesbaden und Staatsschauspiel Dresden, derzeit arbeiten sie am Theater Magdeburg. Mit NISCHEN sind sie zum ersten Mal am STM.

Text & Regie: willems&kiderlen
Sounddesign: Frank Böhle
Ausstattung: Milena Wichert

Premiere: Schlosstheater Moers / 23.4.2020 / 19:30 Wallzentrum 

Tickets: https://www.schlosstheater-moers.de/?produktion=nischen

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NISCHENLAND

FLUX Künstlerresidenz (Odenwald) von willems&kiderlen


Eine Nische ist ein Raum, der sich in einem anderen aufgetan hat, ein Zwischenraum, eine Einbuchtung, eine Vertiefung. willems&kiderlen werden zu Nischenforscher*innen. Aus der städtischen Perspektive wird der ländliche Raum per se immer mehr zu einer Nische, zu einem Lebensraum fernab des urbanen Mainstreams imaginiert. Hier soll das „authentische Leben“ wiedergefunden werden. Aber auch aus ländlicher Perspektive bietet das Land seiner Bevölkerung oft nischenartige Räume, die ihnen in der Stadt verwehrt bleiben würden. willems&kiderlen spürt die vielfältigen Nischen in und um den Odenwald auf und verdichtet die Recherche in einer Lecture-Performance mit Gastauftritten aus der ländlichen Bevölkerung.

2.2.2020 Abschlusspräsentation als Lecture-Performance im Gasthaus zur Traube in Reichenbach

mehr Informationen: https://theaterundschule.net/index.php?id=421

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U T O P 8 9 und wer kümmert sich jetzt um die Fische – 2019 

Eine hörbare Stadtrauminszenierung von willems&kiderlen

Die Massen, die durch Leipzig ziehen, die Züge aus Prag, die durch Dresden fahren, die überforderten Grenzsoldaten nach Schabowskis Maueröffnung – diese Bilder kennen wir. Aber wie fühlt sich Magdeburg in dieser flirrenden Zeit an? An welchen Orten werden andere gesellschaftliche und persönliche Entwürfe denkbar? Und welche Höhenflüge, Abstürze und Überschläge vollführen die Menschen anschließend vor und hinter den Fassaden dieser Stadt? Der November 89 beerdigt ein System und öffnet einen Strauss der Möglichkeiten – die Beschriftung von Uniformen ändert sich wöchentlich, Parkplätze herrenloser Ladas bilden eine Spielwiese für Halbstarke, Punks besetzen Villen, Schauspieler und Techniker das Theater.

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls begibt sich das Performance-Duo willems&kiderlen auf Spurensuche in Magdeburg und entwickelt ein Gedankenspiel des Augenblicks: Was wäre, wenn die Stadt heute eine andere wäre? In einem »hörbaren« Stadtspaziergang versetzen sich die Zuschauer in Situationen des Aufbruchs, verfolgen Spuren der Aneignung und den einsetzenden Kampf um Freiräume, um darüber einen utopischen Blick auf das Heute einzuüben.

Premiere: Sa. der 5.10.2019 am Theater Magedeburg 

Konzeption/Text/Inszenierung: willems&kiderlen / Sounddesign: Karolin Killig /Textmitarbeit: Andreas Mihan / Dramaturgie: Elisabeth Gabriel/Laura Busch

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UNSER ERBE °1 . Eine Mehrgenerationen-Theaterperformance (AT) – 2018

UNSER EBRE BILD-1

Menschen vererben Häuser, Geld, Gedankengut, Kulturgut, ein historisches Trauma, körperliche Dispositionen oder ein Klima. Das Erbe stellt eine Beziehung und einen Regulator zwischen den Generationen, zwischen Toten und Lebendigen und zwischen unterschiedlichen Zeitschichten her. Das Vererben und Erben lässt das Subjekt als Teil einer Überlieferung erscheinen, als Subjekt der Verwobenheit und Übertragung. Die Überlieferung, das Erbe geht durch die Körper hindurch und verbindet sie mit einem nie gänzlich durchschaubaren, verwickelten Beziehungsgeflecht. Zur Zeit und in den kommenden Jahren wird so viel vererbt und geerbt wie nie zuvor: Billionen von Euros wechseln die Besitzer, das Zeitalter des Anthropozän vererbt uns eine neue Umwelt und Finanzspekulanten hinterlassen uns einen unüberschaubaren Schuldenberg. Was erben die Menschen und wie gehen sie mit dem Erbe um? Wie wollen wir als Erbe sein, wenn wir uns als solche verstehen?

willems&kiderlen werden zu Nachlassforschern und sammeln einerseits die kundigen Meinungen von Erbschafts-Experten aller Art sowie die persönlichen Erbgeschichten von Eltern/Großeltern und ihren Kindern/Enkelkindern.Das Erben stellt immer eine Zuschreibung an den Erben da, mit denen umgegangen wird und für deren Aneignung wir uns interessieren. Wir erschaffen dazu ein Mehrgenerationen-Haus auf der Bühne und arbeiten mit 3 Eltern/Großeltern und 3 Kindern/Enkelkinder und befragen sie zu dem, was sie vererben und erben werden/wollen/sollen. Durch die Technik des Perspektiv-Wechsels legen wir die jeweiligen Erb-Zuschreibungen der Erblasser den Erben in den Mund und umgekehrt. Was denken die Alten über den Umgang mit ihrem Erbe in der Zukunft? Was denken die Jungen über ihre Erblasser in der Vergangenheit? Wir konfrontieren die Gebenden mit den Nehmenden, wir lassen die Erben ihre Erblasser aneignen und und geben darin Raum für Vorstellungen von einem planetaren Menschen, einen Menschen der Verwicklung in unterschiedliche Zeit- und Raumschichten.

Konzeption & Regie: willems&kiderlen / Bühne: Milena Wichert / Performer*innen: Greta Knorr, Cornelia Niemann, Emilia von der Marlsburg, Moritz Pfaff.  Sarah Mangels, Felicitas Hettche & Holger Roll /  Projektassistenz: Desislava Tsenova / Eine Produktion von Willems & Kiderlen GbR / Koproduktion: studioNAXOS / gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main & das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst & die Naspa Stiftung Frankfurt  / mit freundlicher Unterstützung durch HORNBACH Frankfurt.

Premiere: 29.11.2018 / weitere Aufführungen: 30.11 / 1.12.2018 auf studioNAXOS

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STADT_LAND_KIND / FLUX Residenz & Gemeinderaum-Inszenierung im ländlichen Raum – 2018 

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Das Projekt STADT_LAND_KIND (AT)  ist eine künstlerische Untersuchung über städtische Zuschreibungen zu Kindheit auf dem Lande im Kontrast zur Kindheit in der Stadt im Rahmen des FLUX Artists in Residence-Programm.
Kindheit ist nicht gegeben, sondern wird gemacht. Besonders unterscheiden sich dabei die Bilder und Erzählungen von Kindheiten in Bezug auf die beiden unterschiedlichen Lebensräume: die Stadt und das Land. Um beide Räume kreisen gesellschaftliche Vorbilder und Erzählungen, in denen sich die Wünsche, Ängste und Erfahrungen der jeweiligen Bevölkerungsgruppe spiegeln. So gibt es Kindheitsbilder, die sich spezifisch auf die beiden Lebensräume beziehen: Kindheit auf dem Land als romantisch verklärtes Bild, die Stadt als nicht kindgerechter, gefährlicher Raum, das Stadtkind als weltoffenes, gebildetes Kind, das Landkind als provinziell und einfach, das Landkind als Naturkind, das Stadtkind als von der Natur entfremdetes Kind usw.

In STADT_LAND_KIND (AT) wollen wir diesen Vorbildern und Zuschreibungen auf den Grund gehen, die Grenze zwischen Stadt- und Land-Kindheit ausloten und die Zuschreibungen zusammen mit Kindern in Form einer Stadt(Land)raum-Inszenierung auf die Probe stellen.

Künstler: willems&kiderlen / Projektassistenz: Ines Wuttke / Im Rahmen der FLUX Künstler Residenzen in Kooperation mit der Mittelpunkt Schule im Odenwald / 20.7.2019 an der Mittelpunktschule Gadernheim / gefördert durch FLUX & „Tanz und Theater machen stark“

Presse: 

https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-lautertal-behueteter-alltag-im-laendlichen-raum-_arid,1286830.html

https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-lautertal-kindheit-auf-dem-land-als-theaterstoff-_arid,1262455.html

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Die Natur der Kinder oder wie wir eure Herzen treffen – 2017

Über kein Lebewesen verfassten Wissenschaftler mehr Texte als über diese kleine, fast überall auf der Welt anzutreffende Spezies: das Kind. Aber wie verhält es sich? Wie sollten wir ihm begegnen und woraus besteht das viel gepriesene Eigene dieses Wesens? Wir haben diverse Kinderexperten befragt. Vom Arzt über diverse Pädagogen bis hin zum Clown. Entstanden ist ein vielstimmiges Sammelsurium aus den kundigen Meinungen der Erwachsenen. Die Natur der Kinder oder wie wir eure Herzen treffen überlässt dieses Kaleidoskopaus Fachberichten nun jenen zur Überprüfung, die es am meisten betrifft und die ihrerseits Experten des Imitierens und Aneignens sind: acht Kinder begehen in einer Nummernrevue ein Fest der Nachahmung. Ein Ritual, bei dem die Kinder zu Wiederkäuern der Expertenmeinungen werden, zu Imitatoren ihrer Vor-Bilder, um sich aus den Bruchstücken der erwachsenen Matrix ein glitzerndes Spiegel-Kabinett zu bauen. Die Natur der Kinder  ist Kindertheater für Erwachsene, eine performative Studie von und zum ,Eigenen‘ der Kinder und der Versuch, dabei Grenzen zwischen dem Kind- und Erwachsen-Sein auszuloten.

Konzept & Regie: willems&kiderlen / Produktionsassistenz: Ines Wuttke / dramaturgische Betreuung: Lea Mara Eßer / Mitarbeit Bühne & Video: Charlotte Boesling / Von und mit: Emilia von der Marlsburg, Emil Akhand, Greta Knorr, Moritz Kachel-Pfaff,Pia Ackfeld, Sarah Mangels, Tilmann Haider.

Premiere: 29.10.2016 studioNAXOS  weitere Aufführung: 30.10.2016 studioNAXOS. Weitere Aufführungen folgen auf studioNAXOS 2017.

Die Natur der Kinder ist eine Koproduktion zwischen Willems & Kiderlen und studioNAXOS und wird gefördert durch: Kulturamt Frankfurt am Main & Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

TRAILER – Die Natur der Kinder – 

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Workshop Selbst-Aufgabe (willems&kiderlen)

Man-Selbst-Sein steht Hoch im Kurs. Der Chor bietet einen anderen Weg. Wie können wir in chorischen Aufgaben eine Waffe gegen den Imperativ des Man-Selbst-Seins in Stellung bringen und wo kann uns das hinführen? In chorischen Versuchen untersuchen wir das Spannungsverhältnis zwischen dem Einzelnen und dem Anderen. Inwiefern kann ein Chor einerseits eine Aufgabe an das Selbst stellen und inwiefern macht es gleichzeitig ein nicht mehr man selbst sein nötig? Versuche einer Fremderfahrung.

Der Workshop findet im Rahmen der wissenschaftliche Fachtagung „Vom Chorischen“, Universität Koblenz-Landau am Institut für zeitgenössiches Theater und Performance statt.

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80 MINUTEN FREIHEIT – 2015

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Im Namen der Freiheit fiel 1989 die Mauer. Doch im Namen welcher Freiheit? War es jene, für die 1945 Amerikaner in Wiesbaden einmarschierten? Oder Künstler Klaviere zertrümmerten? Nach 25 Jahren deutscher Einheit hat sie dank inflationärer Verwendung in Parteiprogrammen und Werbung an Kraft eingebüßt. Ein gutes Zeichen? Sind wir am freisten Moment unserer Geschichte angekommen? Oder laufen wir etwa Gefahr unsere Freiheit zu verspielen? Auf einem Gang durch die Stadt, geleitet und begleitet von Stimmen im Ohr, begegnen wir Warnern wie Lebemännern, Experten wie – Kämpfern. An ungeahnten Orten konfrontieren wir Geschichte, Gegenwart und Zukunft – und uns selbst. Wie frei sind wir wirklich? Für welche Freiheit lohnt es sich zu kämpfen? Und was passiert nach 80 Minuten?

Eine Koproduktion des Hessischen Staatstheaters & der Stadt Wiesbaden im Rahmen der „Woche der Freiheit“

Premiere: 1.Oktober 2015 Hessisches Staatstheater Wiesbaden / weitere Vorstellungen: 2.-4.Oktober und 8.-11.Oktober 2015 Hessisches Staatstheater Wiesbaden/ Mehr Infos unter: http://www.staatstheater-wiesbaden.de/schauspiel/premieren/80-minuten-freiheit/

Mit den Freiheitsexperten Michaela Apel, Michael Berger, Peter Blaehser, Britt Dillmann, Dirk Dohse, Ina Marina Dressel, Rolf Faber, Khola Maryam Hübsch, Gudrun Ornth-Sümenicht, Seyhan Sahan, Christiane Schick-Jensen, Zeray Tuswei, Dr. Franz Walter, dem Chaos Computer Club Mainz/Wiesbaden, u.a.,

Mit den Schauspielern Lukas Benjamin Engel, Christian Erdt, Ulrich Rechenbach / Regie: Meret Kiderlen / Sounddesign: Rupert Jaud / Assistenz und / Regiemitarbeit: Larissa Bischof / Hausdramaturg: Sascha Kölzow / Recherche & Künstlerische Mitarbeit: Ekaterina Kel / Hospitanz: Daniel Lindner

Pressekommentare:

„Eine schöne Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart … ein spannender und intelligenter Spaziergang, der außerdem einen Einblick in sonst unzugängliche Wiesbadener Orte gewährt.“ Frankfurter Rundschau

„Aus den unterschiedlichen Stimmen ergibt sich ein vielfältiges Bild davon, was Freiheit bedeutet, für den Insassen der Wiesbadener JVA etwas anderes als für einen Bootsflüchtling, und wieder etwas anderes für den Wiesbadener, der nach Kriegsende die Freiheit des Jazz im damaligen Eagle Club im Kurhaus erlebte.“ Wiesbadener Kurier

„Es sind diese klug gewählten Kontraste, die als sehr sinnliche Wahrnehmung die Stärke dieses Projekts ausmachen. Zwar lenken sie auch immer wieder von den verschiedenen O-Tönen im Ohr ab, die etwas über Asylbewerber, friedliche Demonstrationen in der DDR, Computerüberwachung und viele anderer Aspekte der Freiheit und ihrer Bedrohung erzählen, wirken aber aufgrund ihrer körperlichen Erfahrbarkeit umso stärker. So umkreist man das, was Freiheit ist, sein kann oder eben nicht ist auf sowohl sinnliche wie intellektuelle Weise.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

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EUER THEATER – 2014

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„Euer Theater“ ist eine Theaterperformance mit 11 Kindern, in denen wir uns mit dem Blick und den Projektionen auf das Kind-Sein als einer gesellschaftlichen Konzeption auseinandersetzen. Dazu nehmen 11 Exemplare der Gattung Kind, irgendwo zwischen Naturschutzreservat und Museum, die vielen Behauptungen, die von Außen an sie herangetragen werden, beim Wort und stellen sie auf die Probe.

mit:Kim-Elia Samaga, Anne Lena Grunert, Auréa Selau, Daniel Nestler, Emilia Filip, Felix Gesierich, Greta Weise, Jasmin Tannchen, Jonathan Donath, Laura Hänsel, Oliver Neupert, Rhania Neupert, Rahel Schley

gefördert durch: Staatstheater Dresden / Theater macht sich eine Platte / Aktion Mensch

Konzept, Text & Regie: willems&kiderlen/ Bühne :Anne Alma Quastenberg / Kostüm: Amelie Wohlfahrt / Theaterpädagogische Begleitung Andreas Kochte-Donath / dramaturgische Betreuung: Lea Mara Eßer/  Koch: Andreas Mihan / Assistenz: Linda Dana Lenk / Aufführungen: 27.4 & 10.7.2014/

Staatstheater Dresden, kleines Haus 3

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weitere Projekte: 

Kim Willems: http://www.kimwillems.de

Meret Kiderlen: http://www.archivderflüchtigendinge.de